Chameneis Freitagsrede (11. September) // Original auf http://greenbrief.newsvine.com/_news/2009/09/11/3252156-khameneis-friday-sermon-september-11- // Übersetzung von kyrah. Anmerkung: Die Übersetzung ist so genau wie unter den gegebenen Umständen möglich war: ich hatte eine Radioübertragung via PalTalk. Zur schnelleren Übersetzung habe ich die Sprache einfach gehalten. Die Bedeutung des Originals ist aber in jedem Fall erhalten geblieben. Einige grundlegende Fakten finden Sie in Klammern. Ich habe auch etwas Kontext angegeben, um etwaige Fragen zu beantworten. Ich entschuldige mich im voraus, falls dies nicht ausreichen sollte. // Kommentare, die mit diesem Zeichen markiert sind, sind von kyrah. Kurz zusammengefasst betont er drei Dinge: A) Das Regime ist nicht empfänglich für Veränderung, B) es wird sich jedem entgegenstellen, der versucht, Veränderung zu bringen und C) die Versammlungen am Quds-Tag werden stattfinden, aber die Menschen sollten vor jedem auf der Hut sein, der versucht, Uneinigkeit unter den Iranern zu stiften. Er rief nicht zu einem direkten Vorgehen gegen die Reformer auf. Meiner Meinung nach hat er sich wegen des Drucks aus Qom gemäßigt, der Tag für Tag steigt. Es scheint auch wahrscheinlich, dass die Verhaftungen von bekannten Reformanhängern in den letzten Tagen und die Schließung von Karroubis Büro sowie der Büros von zwei Organisationen zur Unterstützung der Opfer von Gewalttaten auf Befehl der Revolutionsgarden hin geschahen. Chamenei wirkte nämlich heute mehr und mehr geschwächt. [08:09:20] (Chamenei ist hier, laute Sprechchöre) [08:09:28] (Sprechchöre - "Chamenei ist der Führer") [08:09:32] (Chamenei dankt den Menschen.) [08:09:38] Gott schütze euch, [08:09:52] Im Namen Gottes, [08:10:17] (spricht Gebete auf Arabisch) [08:10:28] (die Menschen schließen sich dem Refrain des Gebets an) [08:10:45] (Chamenei betet weiter) [08:11:11] Brüder und Schwestern, die ihr hier betet, ich erinnere euch daran, dass dies der Monat für taqwa (Gottesfurcht) ist [08:11:26] und heute, am 21. Tag des Ramadan, ist der Tag, an dem ein Mann wie Amirul Momineen Hazrat Ali starb. [08:11:57] Lasst uns taqwa zum Ziel unseres Lebens machen, für das Leben nach dem Tode. [08:12:01] Im ersten Teil der Rede werden wir über Amirul Momineen sprechen, weil es sein Tag ist. Letzte Nacht war Freitag, deshalb hat dieses Jahr eine Gemeinsamkeit mit dem dem 21. Tag des Ramadan in dem Jahr, in dem die Menschheit [Imam] Ali verlor. [08:12:50] Sein Leib, seine Stimme, sein Atem, seine Augen, verließen die heutige Welt. [08:12:55] Aber man könnte Ali bei sich halten, und ihn sich zum Vorbild für sich selbst und seine Handlungen nehmen, wenn wir nur seinem Pfad und seinem Charakter folgen und ihn uns zum Vorbild nehmen. Ich werde von einem Teil seines Lebens erzählen und von seiner kurzen aber glorreichen Regierung. [08:14:15] Ich werde über sein politisches Leben sprechen. [08:14:35] Wir dürften nicht vergessen, dass seine politischen Handlungen sich nicht von anderen Teilen seines Lebens unterscheiden. Seine Politik harmoniert mit seinem Charakter und seinem religiösen Leben. [08:15:13] Wenn Politik auf Religion und Tugend beruht, dann ist sie für die Menschen, die ihr unterstehen, ein Weg in den Himmel. [08:15:36] Aber wenn Politik, abgeschnitten von Religion und Moral, zu einem Mittel wird, um Macht um jeden Preis und Reichtum zu erlangen, and wenn man sein eigenes Ziel im Leben vor alles andere stellt, [08:16:09] dann wird sie zu einer Plage sowohl für den Politiker als auch für die Menschen, deren Leben sie beeinflusst. [08:16:50] Die Regierung, die drei Kriege erlebte, war eine Regierung, die Ali in _Nahjul Balaghe_ (einem Buch von Alis Sprüchen) in abscheulichen Worten beschreibt. [08:17:39] Er sagt über diese Regierung, "Die Nässe, die aus der Nase eines Schafs kommt, hat keine Bedeutung," und vergleicht sie dann mit dieser Regierung. [Anmerkung: Während Alis kurzer Herrschaft von vier Jahren wurden drei Kriege zwischen muslimischen Fraktionen ausgefochten - zwei davon von anderen Fraktionen direkt gegen Ali gerichtet] [08:17:53] Im Teil seiner Sprüche darüber, warum er die Regierung übernahm, sagt er, "Ich sah, dass die Menschen mich baten, vorzutreten und anzunehmen, weil sie darin ihren eigenen Sieg sahen, und deshalb nahm ich an." [08:18:59] Er erklärt erneut, "Gott hat die Weisen gebeten, das Leiden der Menschen nicht zu tolerieren." Deshalb musste Ali sich fügen; davon abgesehen gab es nichts in dieser Regierung für Ali. [08:19:27] Etwas, das an seiner Regierung bemerkenswert war, war, dass sich seine Regierung jeder Täuschung fernhielt. [08:19:50] Er sagt, "Wenn die Gottesfurcht mir nicht die Hände gebunden hätte, wäre ich ein besserer Betrüger gewesen als alle Araber." [08:20:17] Er sagte über Mawiye (seinen Erzfeind und späteren Nachfolger), der gut darin war, andere zu betrügen, "Er war nicht schlauer als ich." [08:20:22] Aber was sollte Ali tun? [08:20:31] Er fürchtet Gott, deshalb konnte er nicht falsch sein. [08:20:40] Ohne Gottesfurcht kann man alles tun. [08:20:43] Man kann die Menschen belügen, verleumden, Versprechen brechen und die Feinde des rechtfertigen Pfades lieben. [08:21:16] Ali sagt, "Ich entschied mich gottesfürchtig für die Politik, und nahm sie gottesfürchtig auf mich." [08:21:28] Deshalb zeigen sein Charakter und sein Handeln kein Zeichen des Betrugs. [08:21:32] Sie sind rein und frei von solchen Dingen. [08:21:47] Etwas, was die Leute in den frühen Tagen des Islams taten, und was einige Leute ebenso heute in unserem Land tun, ist dass sie davon sprechen, Religion und Politik zu trennen. Wenn die Regierung von der Religion getrennt wird, wird sie auch von der Moral getrennt. [08:22:25] In weltlichen Regierungen ist die Moral zerstört worden. [08:22:26] Es gibt Ausnahmen, aber wenn die Religion von der Politik getrennt wird, degeneriert die Politik. Alis politische Handlungen sind nicht von der Religion getrennt. [08:23:17] Seine politischen Handlungen waren so, dass er sogar versuchte, der Freund seiner Feinde zu sein. [08:23:38] Der Grund, warum er drei Kriege ausfechten musste, war, dass er alle Wege der Wiedergutmachung mit seinen Feinden erschöpft hatte. [08:24:10] In den frühen Tagen seiner Regierung kamen einige zu ihm und sagten ihm immer wieder, er solle einige Leute hart behandeln und kurzen Prozess mit ihnen machen. Ali sagte, dass sei nur eine Meinung. "Aber es gibt Menschen, die dich unterstützen und Menschen, die gegen dich sind," [sagten sie], "und dann gibt es noch Leute, die Vorstellungen haben, die anders sind als die von dir und deinen Gegnern." [08:26:05] Im Krieg von Saffin, [08:26:13] kamen einige Leute zu Ali und fragten, waurm er nicht angreife, [08:27:05] Ali sagte, "Ich will keinen Krieg. Ich will die Menschen leiten. Wenn ich den Kampf nur einen Tag verzögern kann, könnte es einigen Menschen helfen, zu uns zu kommen und den richtigen Weg zu verfolgen. Erst wenn wir uns sicher sein können, dass niemand kommt, werden wir unsere Schwerter ziehen und kämpfen." [08:27:15] Über die Schlacht von Jamal, [08:28:18] sagte Ali, "Sie haben sich erhoben, weil sie ihren Unmut darüber zeigen wolten, dass Ali diese Regierung erhalten hat. Aber wenn sie sehen, dass ihr Handeln eine Kluft zwischen Moslems erzeugen wird und Brüder gegen Brüder stellt, dann werde ich erscheinen und eine Lösung für diese Bedrohung finden. Bis dahin werde ich warten und versuchen, sie zu leiten." [08:28:42] Ein bemerkenswerter Teil seines Charakters war, dass er versuchte, mit seinen Feinden zu diskutieren. [08:28:50] In seinen Briefen an Mawiye, der Alis Feind war -- während Mawiye Briefe schickte, um Ali zu demütigen, schickte Ali Briefe, in denen er ihm liebevoll sagte, er habe unrecht. [08:29:33] Talhe und Zubair kamen und schworen Ali Treue. [08:29:42] Aber dann zogen sie nach Mekka, angeblich um die Pilgerreise zu machen. Ali sagte, er wusste, das sie nicht auf die Pilgerreise gingen sondern einen anderen Zweck verfolgten. (Die zwei schlossen sich später Aisha an und wurden beide in einer kurzen Schlacht getötet.) [08:29:56] Was sie taten war klar. [08:30:02] Aber Ali geht sanftmütig mit ihnen um, er versucht, sie zu leiten. [08:30:11] Aber wenn Milde nicht funktioniert, handelt Ali direkt. [08:30:26] Zum Beispiel sagt er, gegen die Khawaridsch, "Ich riss ihnen die Augen heraus." [08:30:37] Und keiner kam Ali darin gleich. [08:30:55] Ein Teil seiner Politik war, dass er nicht lügen oder grausam sein würde, um zu siegen. Während seiner Regierung kamen einige zu ihm und sagten, "Es gibt da diese einflussreichen Leute in der Regierung, die dich unterstützen müssen. Gib ihnen Geld aus der Schatzkammer des Volks, damit du ihre Unterstützung bekommst." [08:31:37] Ali sagte, "Ihr wollt, dass ich siege, indem ich mich dem Volk gegenüber falsch verhalte? Das kann ich unmöglich tun." [08:32:01] Wie könnte Ali auf unislamischen Wegen Freunde finden? // eine weitere Viertelstunde Heuchelei, ich erspare mir die Übersetzung... // siehe Original im Englischen von [08:32:22] bis [08:44:44] -kyrah [08:45:05] (Chamenei betet für das Volk) [08:46:01] Oh Gott, gib den Menschen Einigkeit, [08:46:09] Oh Gott, schneide denen die Hände ab, die Zwietracht unter den Menschen stiften. [08:46:15] (Chamenei betet weiter) [08:46:31] (rezitiert aus dem Koran) [08:46:39] (alle sind eine Weile still) [08:47:04] (Chamenei beginnt erneut) [08:47:05] Im Namen Gottes, [08:47:23] (weitere Gebete von Chamenei) [08:47:44] (immer noch Gebete) [08:48:36] Ich bitte alle euch Brüder und Schwestern, Gott in allen euren Taten zu fürchten. [08:48:45] Im zweiten Teil meiner Rede, [08:48:58] ist es zuerst wichtig, dass wir Ajatollah Taleghani und Ajatollah Madani gedenken, weil der heutige Tag eine Verbindung zu ihnen hat, und weil diese beiden Männder und ihr Leben ein Teil der Geschichte unseres Landes sind. [08:49:53] Die Erinnerung an sie wird in unserem Geist und unserer Geschichte bleiben. [08:50:00] Ich werde in der heutigen Rede etwas sagen, und diejenigen, denen ich das sage, sind Politiker und Regierungsvertreter und die, die der Regierung angehören. [08:50:51] Lasst uns den Ramadan dazu nutzen, Wahrheiten zu erklären und für die, die zuhören, Anleitung zu predigen, besonders für die Jugend, weil dies förderlich sein wird. [08:51:19] Die Menschen, zu denen wir sprechen werden, sind Teil des Systems; Individuen, die innerhalb des Systems sind und die hoffentlich im System bleiben werden. [08:51:49] Dies ist nicht nur ein Slogan - diese Geschichte von wegen innerhalb des Systems und außerhalb des Systems. [08:52:09] Vom Beginn der Revolution an bis zum heutigen Tag haben sich Unterschiede gezeigt. [08:52:31] Einige von diesen Unterschieden und Gräben haben sich als teuer herausgestellt, aber einige von ihnen wurden durch die Weisheit und Wachsamkeit des Volkes überwunden und kosteten die Regierung nicht viel. [08:52:54] Diese Meinungsverschiedenheiten und Gräben sind nicht alle gleich. [08:53:04] Einige der Unterschiede entstanden aus Glaubensdifferenzen, [08:53:18] aber einige davon sind Unterschiede, die aus den persönlichen Zielen einiger Personen entstanden. [08:53:31] Einige davon sind lediglich verschiedene Meinungen darüber, wie die Dinge umgesetzt werden sollten. [08:53:36] Diese Unterschiede sind also nicht alle gleich. [08:53:43] Seit dem Beginn der Revolution, als wir alle zusammen waren, gab es Unterschiede. [08:54:10] Imam Khomeini behandelte alle diese nicht gleich, genauso wie Ali. [08:54:24] Imam Khomeini versuchte zuerst, sie zu leiten. Es gab damals verschiedene Leute in der Regierung. [08:54:42] Es gab Leute aus der alten Bürokratie, es gab Leute, die gerade in die Regierung gekommen waren, und es gab die, die Terror und Demonstrationen anwandten, um ihre Ziele zu erreichen. [08:54:59] Er behandelte jeden von ihnen anders. [08:55:07] Einige dieser Leute waren in den obersten Reihen der Regierung. (Sendung unterbrochen.) [08:55:19] Er verhandelte sogar mit einem Präsidenten. [08:55:22] (Sendung unterbrochen.) [08:55:26] (Es geht weiter.) [08:55:31] Diese Unterschiede zeigten sich. Einigen davon führten zu Diskussionen, aber manche wurden zu Konflikten. [08:56:20] Denen, die Feinde der Religion waren, sagte Imam Khomeini, er würde persönlich zu ihnen kommen. [08:56:34] Aber als die Zeit kam, dass einige dem System falsche Ideen aufzwingen wollten, schlug Imam Khomeini hart zurück. [08:57:08] Die, die persönliche Ziele verfolgen, versuchen, es so aussehen zu lassen, als würden sie nach etwas anderem streben. [08:57:25] Aber das ist der Zeitpunkt, wo sie zu Feinden des Systems werden. [08:57:42] Wenn jemand eine andere Meinung hat, aber nicht versucht, das System anzugreifen, hat das System kein Problem mit ihnen. [08:57:59] Wir haben kein Problem mit politischen Ideologien, die anders sind; wir finden das in Ordnung, solange sie nicht versuchen, das dem System aufzuzwingen. [08:58:05] Es geht nicht darum, andere Vorstellungen zu haben, sondern darum, das islamische System anzugreifen. [08:58:18] Dagegen wird das System kämpfen. [08:58:36] Wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, wie man die Politik des Systems umsetzen soll, ist das in Ordnung. [08:58:52] Das System braucht Menschen, die auf die Schwächen im System hinweisen. Kritk bringt die Menschen dazu, härter zu arbeiten, aber all das muss innerhalb des Rahmenwerks des Systems passieren. [08:59:16] Dieser Unterschied in der Umsetzung ist keine Gefahr. [08:59:33] Aber die Grundlagen des Systems sind die Verfassung, der Weg von Imam Khomeini und der Koran. [09:00:19] Unterschiedliche Meinungen zu haben, wie man diesie umsetzt, ist kein großes Problem. [09:00:35] Aber wenn einige mit völlig unterschiedlichen Grundlagen für das System kommen, ist das gefährlich. [09:00:44] Solange sie wie gesagt innerhalb des Rahmens des System arbeiten, solange die Menschen nicht auf Gewalt zurückgreifen, lügen oder Spannung verursachen, wird das System nicht angreifen. [09:01:11] Das System wird sie tolerieren, wenn sie eine andere Meinung haben. [09:01:40] Wenn manche Leute mit neuen Säulen für das System kommen und Unsicherheit für die Menschen schaffen, muss das System hart gegen sie vorgehen. [09:01:53] (laute Sprechchöre) [09:02:15] Wir sagen, dass die Menschen, das Recht haben sollten, sich zu verteidigen, wenn sie verleumdet oder beleidigt werden. Dann hat auch das System das Recht, sich zu verteidigen. [09:02:33] Manche sagen, weil das System politisch ist, solte es sich nicht verteidigen. [09:02:37] Das ist nicht richtig. [09:02:42] Nirgendwo in der Welt ist das so. [09:02:59] Überall in der Welt, sogar in Ländern, wo sie sagen, sie seien politisch fortgeschritten und voraus in demokratischen Werten, stellen die Menschen sich nicht gegen die Grundlagen des Systems. [09:03:10] Sie haben eine gegenseitige Kontrolle, wie unser Wächterrat. [09:03:30] Sie lassen es nicht zu, dass jemand kommt und gegen das System kämpft. [09:03:38] Das System lehnt sich nicht zurück und toleriert solche Leute. [09:03:50] In europäischen Ländern tolerieren sie das nicht und kämpfen gegen solche Leute. [09:03:55] Deshalb wird die Antwort auf jeden Angriff gegen unser System hart sein. [09:04:38] Aber eine andere Meinung zu haben - wenn sie nicht mit Verleumdung und Lügen einhergeht - wird vom System toleriert werdne. [09:04:42] Ein weiterer Punkt, ein Punkt, dessen sich Regierungsbeamte, einflussreiche Leute und Politiker bewusst sein sollten, ist, auf dem richtigen Pfad zu bleiben und nicht davon abzuweichen. Der Koran spricht davon in verschiedenen Teilen des Heiligen Buchs: "Das Ergebnis einiger Handlungen bringt uns zu dem Punkt, wo jemand sagt, dass Verse des Korans Lügen sind." [09:06:16] Anderswo, "Sie brachen ihr Versprechen mit Gott und Zwietracht ward unter ihnen gesät." [09:07:10] "Manche Menschen können sich ihrem Feind nicht widersetzen und fallen, weil sie in der Vergangenheit gesündigt haben." [09:07:18] Sünden korrumpieren uns. Das braucht Zeit. Es passiert nicht auf einmal. Man schläft nicht eines Nachts ein und wacht als Ungläubiger auf. Nein, es passiert schrittweise. Die Heilung dafür ist Gottesfurcht. Wir müssen vorsichtig sein, wir müssen aufeinander aufpassen. Frauen müssen auf ihre Ehemänner aufpassen und Männer auf ihre Ehefrauen. Freunde sollten aufeinander aufpassen. Die Menschen sollten Briefe an Beamte [in der Regierung] schicken. Sie sollten sie leiten, damit die Beamten keine Fehler machen, weil dies gefährlich für das System ist. [09:09:00] Wir müssen Allah um Führung bitten. Ein weiterer Punkt ist, dass genauso wie bei Menschen, die Korruption ihren Weg auch in das System finden kann - sogar in ein islamisches System. Das gleiche Übel kann ein islamisches System befallen. Genauso wie bei den Menschen kann ein System islamisch aussehen, obwohl sein Handeln unislamisch ist. [09:10:11] Wie ich letztes Jahr meinen Studenten sagte: Ein System kann fortschreiten oder zurückschreiten. Fortschritt würde bedeuten, dass die Gesellschaft sich den Idealen von Gerechtigkeit und Religion und religiöser Tugend annähert, dass sie industriell fortschreitet... und in der Bildung und sich auch in Belangen der Freiheit weiterentwickelt. Das würde bedeuten, dass sich die Gesellschaft stärker ihren Feinden widersetzt. Das sind Zeichen von positivem Fortschritt. Sie würden das Leben und Nachleben der Bürger einer Gesellschaft aufbauen. [09:12:09] Aber es gibt auch Rückschritt. Rückschritt zur Ungerechtigkeit, zur wirtschaftlicher Unzulänglichkeit, zum Einsatz der Freiheit in einer korrupten Weise... und für sündige Akte. Statt gegen die ungerechten Mächte der Welt zu stehen, Schwäche zu zeigen, sich zurückzuziehen und diese Mächte anzulächeln. [09:13:33] Sich von seinen nuklearen und nicht-nuklearen Rechten zurückzuziehen. Das ist Rückschritt. Das System sollte nicht den Rückschritt der Gesellschaft bedeuten. Es sollte seinen Fortschritt bedeuten. [09:13:55] Dies ist eine Gefahr für das islamische System. Die Menschen müssen wachsam sein. Das islamische System ist ein islamisches System, wenn es dieselbe Politik verfolgt, die zur Lebenszeit von Imam Khomeini verfolgt wurden. Ich sage euch, in den letzten 30 Jahren meines Lebens waren wir siegreich, solange wir den Pfad von Imam Khomeini verfolgten. [09:15:21] Aber jedes Mal, wenn wir aufhörten, diesen Pfad zu verfolgen, wurden wir geschwächt, wichen wir zurück und mussten wirtschaftliche Verluste hinnehmen. Manche glauben, man sollte seine Waffen niederlegen, wenn der Feind mächtig ist. Manche wollten das während der Wahlen tun. [09:16:08] Sie wollten dem islamischen Regime die Unterstützung des Volkes entziehen. Aber das klare Zeichen für die Unterstützung [des Volkes] für das islamische Regime waren die 40 Millionen Stimmen... Dann wiederholten die ausländischen Medien wieder und wieder, dass das Regime das Vertrauen des Volkes verloren hatte, aber dass so viele Menschen zu den Urnen kamen - eine Wahlbeteiligung von 85% - dieses Vertrauen der Menschen in das Reegime zeigt klar, wo die Menschen stehen. Die Menschen vertrauen dem Regime und das Regime vertraut den Menschen. [09:17:25] Ihr werdet das in den nächsten Wahlen in 2 oder 3 Jahren sehen. Die Menschen werden erneut in diesen Wahlen stark ihre Meinung kundtun - obwohl Feinde von außen und solche von innen, die es nicht besser wissen und nicht verstehen, versuchen werden, sie vom Gegenteil zu überzeugen. [09:17:59] (Sprechchöre) [09:18:04] Der Punkt ist: wir müssen alle vorsichtig sein. Das islamische System ist stolz, weil es dem Koran folgen will. Lassen wir nicht zu, dass es weltlich wird, mit einem weltlichen Inneren und einem koranischen Äußeren - einem Inneres, das westliche Ideale liebt und außen mit dem Koran bedeckt ist. Das islamische System muss seinem Namen treu sein. Es sollte täglich dem Islam näher kommen. Das ist es, was Probleme löst. Das ist es, was der Gesellschaft Stolz und Macht gibt. Das ist es, was die Anzahl der Unterstützer des islamischen Systems im Ausland anschwellen lässt. [09:19:55] Manche sehen alle die Feinde und in ihnen wächst die Furcht. Alle Regierungen in der Welt haben Feinde und Freunde. Das war schon immer so, in der ganzen Geschichte. Jeder hat einige Freunde und einige Feinde. Die Regierung des Propheten und die Regierung von Ali hatten sowohl Freunde als auch Feinde. (Der Paltalk-Kanal, der dies durch eine Funkübertragung sendete, hatte in diesem Teil Schwierigkeiten, deshalb ist die Übersetzung in manchen Teilen nicht verbatim.) [09:20:45] Das islamische System ist auch dasselbe. Es hat Freunde und Feinde. Aber es ist wichtig, zu sehen, wer der Feind ist und wer die Freunde sind. Wenn die Regierung so ist, dass alle die Regierungen, die grausam und ungerecht und zionistisch sind, seine Feinde sind, dann ist das ein Grund, stolz zu sein. [09:22:09] Dann gibt es Freunde dieser Regierung: islamische Länder, afrikanische Länder, asiatische Länder, Moslems in Europa und andere. Vor einigen Jahren spielte die iranische Fussballmannschaft. (Hier geht es eindeutig um das Fußballspiel USA gegen Iran bei den Weltmeisterschaften 2002, in dem der Iran gewann). Einige Leute in einem Cafe in Nordafrika jubelten für den Iran, als der Iran ein Tor schoss. Man fragte sie, warum sie jubelten, wenn es doch in dem Spiel um nichts für sie ging. Sie sagten, "Irans Sieg ist unser Sieg - sogar im Fussball." [09:23:04] Während dieser Unruhen und Ausschreitungen nach den Wahlen fragten Menschen in islamischen Ländern ihre Freunde im Iran, was passiert sei, und zeigten Besorgnis. Aber die Menschen hier sagten, "Das islamische System ist viel zu mächtig, um davon Schaden davonzutragen." [09:23:45] Ja, es gibt Feinde wie Amerika, Großbritannien - das eine 200 Jahre lange Geschichte der Feindschaft gegen den Iran hat - und die Zionisten. Lasst dies Feinde Feinde sein. Aber wenn die Regierung mit Amerika, Großbritannien und den Zionisten Freundschaft schließt, ist das eine Schande. Die islamischen Länder zum Feind zu haben, ist eine Schande. [09:24:56] (Keine Übertragung) [09:25:09] Wir sollten nicht aufgeben. Wir sollten die Niederlage gegen solche Länder nicht zulassen, wir sollten vorsichtig sein. [09:25:21] Liebe Jugendliche: dies ist euer Land. Es wird morgen in euren Händen sein. Ein mächtiges System - mächtig in jeder Hinsicht - sollte euch stolz machen. Es sollte eure Pflicht sein, und es ist eure Pflicht, dieses wahrhafte islamische System zu beschützen, ein islamisches System, dass Imam Khomeini unserem Land zum Geschenk machte. [09:27:05] Erinnert euch, in den letzten zehn Jahren versuchten sie, die Politik des Imam Khomeini zu verändern. Sie sagten, die Politik der Revolution sei alt. Aber sie wird niemals alt werden. Sie ist immer attraktiv für die Menschen. [09:28:05] (Sprechchöre) [09:28:25] Nächste Woche am Freitag ist Quds-Tag. Dies ist eines der bemerkenswertesten Zeichen des Imam Khomeini in diese Land. Mit diesem Tag haben wir es geschafft, das Anliegen Palestinas in der Welt am Leben zu halten. Viele Länder der Welt haben versucht, dieses Anliegen in die Vergessenheit zu drängen. Aber das islamische Regime hat das nicht getan. [09:30:00] Jetzt fürchten die mächtige Nation [USA] und die Zionisten, dass das islamische Regime nicht aufgeben wird. Und sie versuchen weiterhin, uns aufzualten. Wir werden den Quds-Tag feiern und wir werden Versammlungen und Demonstrationen abhalten. In anderen Ländern werden ebenfalls viele Moslems dem iranischen Volk darin nachfolgen. [09:30:42] Quds-Tag ist für die Palestinenser. Es ist eine Demonstration der Einigkeit der Iraner. Seid wachsam, damit niemand diesen Tag dafür benutzen kann, Uneinigkeit und Zwietracht zwischen uns zu stiftn. Sie konnten unsere Einheit zuvor nicht brechen und sie können es auch jetzt nicht. [09:31:56] (Sprechchöre) [09:32:02] (Chamenei beendet seine Rede ziemlich abrupt mit einem kurzen Gebet)